Was ist eigentlich... Bio-Baumwolle?

Wird geladen …
Wir sehen es überall: Zahlreiche Fashion Hersteller und Brands werben damit, Bio-Baumwolle zu verwenden. Das Kleidungsstück erhält ein grünes Etikett und soll dem Anspruch der Nachhaltigkeit gerecht werden, ebenso wie Kleidung aus recyceltem Polyester und Co. Doch was genau bedeutet „Bio-Baumwolle“ überhaupt?
carou secondhand Blog: Was ist eigentlich Bio-Baumwolle - Herkunft der Baumwollecarou secondhand Blog: Was ist eigentlich Bio-Baumwolle - Herkunft der Baumwolle

Wo kommt Baumwolle eigentlich her? 

Indien, Pakistan und China zählen zu den größten Produzenten von Baumwolle. Insgesamt wächst die Faser in über 50 Ländern, jedoch wird nur in 19 Ländern Baumwolle auch in Bio-Qualität angebaut. Baumwolle ist besonders für Schwellen- und Entwicklungsländer ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Somit sind viele Menschen direkt oder indirekt von der Baumwollindustrie abhängig.

Im konventionellen Baumwoll-Anbau werden genmanipulierte Pflanzen eingesetzt. Die Datenbank TransGen gibt an, dass auf ganzen 80% der weltweiten Anbauflächen genmanipulierte Baumwoll-Sorten gepflanzt werden. Der Nutzen im Hinblick auf die Erträge ist umstritten und nicht eindeutig bewiesen. Was jedoch deutlich wird, sind die Risiken des Einsatzes von genmanipuliertem Saatgut: Die genetische Vielfalt geht verloren, Resistenzen bei Schädlingen sind ausgeprägt und die Herstellerbetriebe sind abhängig von Saatgut- und Pestiziden-Herstellern.

Wer Bio-Baumwolle kauft, kann sich sicher sein, dass ausschließlich natürliches Saatgut verwendet wird. Ein weiterer Vorteil ist, dass aus den Samen, die bei dem Anbau entstehen, neue Pflanzen wachsen können und so kein oder nur wenig neues Saatgut beschafft werden muss. Doch wieso wird dann nicht auf mehr Bio-Saatgut zurückgegriffen? Nicht-genverändertes Bio-Saatgut ist inzwischen eine Rarität. Es ist nicht nur teuer im Einkauf, sondern auch sehr schwierig zu beschaffen.

carou secondhand Blog: Was ist eigentlich Bio-Baumwolle - Wasserverbrauchcarou secondhand Blog: Was ist eigentlich Bio-Baumwolle - Wasserverbrauch

Aber auch Bio-Baumwolle benötigt Wasser zum Wachsen, oder nicht?

Es ist allgemein bekannt, dass die Baumwollpflanze viel Wasser benötigt. Dabei ist umstritten, ob die Bio-Pflanze weniger Wasser braucht, da sich das nicht eindeutig mit Zahlen belegen lässt. Da jedoch beim Bio-Anbau auf synthetische Pflanzenschutzmittel verzichtet wird, sind die Böden in einem besseren Zustand. Unkraut darf wachsen, das bedeutet, weniger Wasser verdunstet und die Böden können mehr Wasser speichern. Darüber hinaus wird weniger Grund- und Oberflächenwasser verschmutzt.

Das Umweltinstitut München gibt ab, dass Baumwolle pro Saison durchschnittlich 20-mal mit „Ackergiften aller Art besprüht wird.“ Somit ist der Baumwollanbau für 10 bis 20% des weltweiten Pestizideinsatzes verantwortlich, obwohl nur 2,5% der weltweiten Agrarfläche den Anbau ausmachen. Die aus den genmanipulierten Pflanzen resultierenden Monokulturen begünstigen die Ausbreitung von Schädlingen. Darüber hinaus wird beim konventionellen Anbau chemischer Kunstdünger eingesetzt. Dem entgegen steht der Bio-Anbau: Chemisch-synthetische Düng- und Pflanzenschutzmittel sind verboten. Es wird auf traditionelle Methoden gesetzt, beispielsweise werden für die Schädlinge attraktivere Pflanzen gepflanzt. Auch natürliche Feinde der Schädlinge bleiben bei dem Verzicht auf Pestizide am Leben und können auf natürliche Weise die Schädlinge angreifen. Bei der späteren Verarbeitung der Baumwolle werden in der Bio-Produktion weitaus weniger Chemikalien, insbesondere keine gesundheitsschädigenden, verwendet. Das ist auch für das spätere Tragen ein großer Pluspunkt.

Kann ich mir beim Kauf von Bio-Baumwolle sicher sein, dass drin ist, was drauf steht?

Es gibt verschiedene Siegel, die den Ursprung der Baumwolle zertifizieren. Das Global Organic Textile Standard (GOTS)-Siegel zertifiziert Textilien anhand der gesamten Lieferkette. Das IVN-Siegel (Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft) gilt als das strengste Öko-Label der Branche. Der Organic Content Standard (OCS) lässt auf den Bio-Status der Rohstoffe rückschließen. Das Oeko-Tex Label hingegen sagt nichts über die Verwendung von biologischen Rohstoffen aus. Es zertifiziert, dass das Produkt frei von Schadstoffen ist. Somit ist es unbedenklich für die Haut und insbesondere für die Kleidung von Babys und Kleinkinder ein wichtiges Siegel.

carou secondhand Blog: Was ist eigentlich Bio-Baumwolle - Siegel für Baumwollecarou secondhand Blog: Was ist eigentlich Bio-Baumwolle - Siegel für Baumwolle

Wer neben den ökologischen Faktoren auch Wert auf soziale Standards legt, kann Ausschau nach dem Siegel „Grüner Knopf“ halten. Das Siegel beinhaltet 20 Unternehmenskriterien und 26 soziale und ökologische Produktkriterien. Hierfür liegen die Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte sowie die Empfehlungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für den Textilsektor zugrunde. Dieses Siegel wird jedoch nur von wenigen Unternehmen getragen. Auch ist es kaum international vertreten.
Andere Siegel geben Rückschlüsse über die weitere Lieferkette an. Das Fairtrade Cotton-Siegel steht für fairen Anbau und Handel. Die Fair Wear Foundation entwickelt mit Unternehmen eine Verbesserung der sozialen Bedingungen. Eine Übersicht über die verschiedenen Siegel kannst Du hier finden.

Die Krux mit den Siegeln: Siegel sind eine hervorragende Möglichkeit, auf einen Blick zu sehen, ob ein Kleidungsstück verschiedenen Anforderungen entspricht. Jedoch sind die Standards nicht immer gleich. Das bedeutet, man muss genau wissen, nach welchem Siegel man eigentlich Ausschau halten möchte. Auch lassen sich nicht alle Unternehmen zertifizieren, denn das kostet Geld, das insbesondere kleine Label nicht aufbringen können. Also auch wenn ein Unternehmen eigentlich den Anforderungen gerecht wird, wird das nicht zwingend ausgewiesen.

Fazit und was Du noch tun kannst:

Bio-Baumwolle ist eindeutig der Gewinner im Vergleich zum konventionellen Anbau: Es wird traditionelles Saatgut verwendet, Pestizide und chemisch-synthetischer Dünger sind verboten, die Artenvielfalt bleibt erhalten, genau wie die Gesundheit der Bäuerinnen und Bauern.

Es gibt aber noch weitere und bessere Möglichkeiten, Gutes für die Umwelt zu tun: Mit dem Kauf von Secondhand Kleidung wird die Produktion neuer Kleidung eingespart. Es muss nicht neu produziert, keine Ressourcen verbraucht und keine Chemikalien und Pestizide eingesetzt werden. Falls Du doch hin und wieder neue Kleidung kaufen möchtest, kannst Du Kleidung kaufen, bei der Du sicher bist, dass Du sie lange verwenden möchtest. Repariere oder recycle alte Kleidung. So kannst Du dich noch lange an Deinen liebsten Kleidungsstücken erfreuen oder ihnen ein zweites Leben einhauchen.

Schon gewusst?

Auch bei carou kannst Du Kleidung aus Bio-Baumwolle finden. In unserer Kategorie für Bio-Baumwolle findest Du Kleidungsstücke, die mit Bio-Baumwolle gekennzeichnet sind. 

© 2023 carou GmbH